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Workation - Eine Perspektive für den Tourismus in Nordfriesland?

Wenn Arbeit (englisch: Work) und Urlaub (englisch: Vacation) ineinander greifen, dann spricht man von Workation. Ein frisches Arbeitsmodell, das nicht nur durch ein großes Maß an Flexibilität gekennzeichnet ist, sondern auch als Chance für den nordfriesischen Tourismus dienen kann?

Workation eignet sich vor allem für diejenigen, die überall arbeiten können, solange sie einen Laptop mit Internetverbindung haben. Man sitzt tagsüber an seinem mobilen Arbeitsplatz und im Anschluss wird der Akku in einer schönen Umgebung mit schönen Dingen aufgeladen. Bestenfalls beflügelt das die Arbeit und steigert die Produktivität. Also eine Win-Win Situation.

Klingt das zu schön um wahr zu sein oder wird es jetzt Realität? Wie schätzen Experten die Lage ein und wie sieht es momentan tatsächlich in der Arbeitswelt aus? Ist Deutschland schon bereit für Workation?

 

 

Welchen Stellenwert nimmt Workation ein?

Philipp Achterberg ist Community Manager bei Cowork Nord in Kiel. Der Cowork Nord Space befindet sich in Kiels Zentrum, mitten im Kieler Innovations- und Technologiezentrum (KITZ). In modernem Ambienten und ausgestattet mit top Office-Infrastruktur sind hier schnelles und effektives Arbeiten garantiert.

 

„Gerade in der aktuellen Zeit sehe ich großes Potential in Arbeitsmodellen, die sich durch zeitliche und räumliche Flexibilität auszeichnen. Corworking und auch Workation sind zukunftsweisende Möglichkeit und eine Antwort auf eine bisher noch nicht so ernsthaft gestellte Frage der Unternehmen.“

 

Doris Schuppe leitet gemeinsam mit ihrem Mann den Coworking Space Rayaworx auf Mallorca. Zu ihr kommen Menschen, die ihren Urlaub und die Arbeit miteinander verbinden möchten.


„Das Arbeiten im Homeoffice war bisher eher verpönt. Vor allem durch die aktuelle Krise zeichnet sich diesbezüglich eine Veränderung im Denken statt. Dazu kommt, dass viele Menschen durch beispielsweise die Kinderbetreuung in der Corona-Zeit ihren Urlaub verbraucht haben und durch Workation die Möglichkeit hätten, beides zu ermöglichen.“

 

 

 

Sind die Unternehmen für diesen Schritt schon bereit?

Diana Wieben ist Fachkräteberaterin bei der Wirtschaftsförderung Nordfriesland. Sie kennt und beobachtet die Arbeitstrends seit Jahren.

"Coworking und Workation sind immer noch weitgehend unbekannte Themen - besonders auch in unserer Region. Viele Arbeitnehmer und auch Unternehmen können mit diesem Arbeitsmodell noch nichts anfangen. Das große Potential, das auch für den Tourismus hinter diesem Thema steckt, ist allerdings deutlich erkennbar. Ich bin mir sicher, dass es sich um einen zukunftsweisenden Trend handelt, den es bekannt zu machen gilt. Dazu muss man das Bewusstsein dafür schaffen und ihn auch erstmal erklären. Der typische Coworker in St. Peter-Ording ist nämlich vermutlich gar nicht der bloggende Surfer, sondern der ganz normale Angestellte. Und damit er Workation als Arbeitsmodell nutzen kann, muss sein Arbeitgeber es ihm erst einmal ermöglichen und die Vorteile daraus erkennen. Mein Fazit: Es ist nötig, dass ein generelles Umdenken stattfindet."

Welche Chancen ergeben sich für den Tourismus in Nordfriesland?

Frank Ketter ist Geschäftsführer der Nordsee-Tourismus-Service GmbH.

„Die Themen: Fachkräftemangel, Mitarbeiter-motivation und Wertschätzung von Mitarbeitern erfordern auch neue flexible Arbeitszeit- und Arbeitsortmodelle. Die Coronazeit hat gezeigt, dass Homeoffice eine echte Alternative sein kann. Die Variante Urlaub und Arbeit zu kombinieren ist ein neuer spannender Ansatz, der sowohl im Bereich der Fachkräftesicherung als auch im Tourismus neue Impulse setzen kann. Gerade in der ruhigeren Jahreszeit kann dies ein schönes ergänzendes touristisches Angebot sein. Vormittags arbeiten und sich nachmittags den Kopf in der frischen Nordseebrise freipusten lassen setzt sicher Energien und Kreativität frei und ist eine spannende Alternative zum normalen Büroalltag“.

 

 

 

 

 

 


Fotonachweis: www.nordseetourismus.de

Wo kann man in Nordfriesland "Coworken"?

Ganz klar: Im Nordfriesischen Innovations-Center (NIC) in Niebüll. Hier kann man sich ganz flexibel einen von sechs Arbeitsplätzen aussuchen und los gehts. Egal, ob man nur ein paar Stunden hier arbeiten möchte oder regelmäßig vorbeikommen möchte - alles ist möglich. Das Ambiente ist modern, die Crew ist super und die Nordsee ist nur einen Katzensprung entfernt.
Neugierig? Hier mehr dazu: www.nic-nordfriesland.de

 

 

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