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Bianca und Ron – Ein verrückter Neustart in Nordfriesland während der Corona-Zeit

Bianca Stumbitz und Ron Lüdtke sind echte Nordfriesen. Geboren und aufgewachsen im nördlichsten Kreis Deutschlands mit allem, was dazugehört: Plattdeutsch sprechende Großeltern in Garding, Schulzeit in Husum, viel Wind in den Haaren, Dorfdiscos und Landjugend, umgeben von Deichen, Schafen und immer den Strand vor der Nase. Und dann kam das Leben, das sie durch die halbe Welt schicken sollte... und wieder zurück.

Raus in die weite Welt

Bianca verbrachte nach dem Abitur zunächst ein Jahr als Aupair in den USA. Ein bewusst gewählter und dringend gewollter Schritt weg aus der Heimat. Endlich mal raus aus der Provinz und rein in das Abenteuer! Danach startete sie eine Ausbildung in Hamburg und von dort aus ging es für sie weiter nach Osnabrück, während Ron sein Studium in Bielefeld aufnahm. Bianca zog es dann für ein Auslandssemester nach Frankreich und schließlich machte sie ihren Master in London. Nach einigen Jahren Fernbeziehung fanden Bianca und Ron schließlich für ein paar Jahre ihren gemeinsamen Lebensmittelpunkt in Berlin. Das Leben in der Großstadt war aufregend, inspirierend und multikulti. Sie beide liebten das und darum zögerten sie auch nicht lange, für ein neues Jobangebot gemeinsam nach London zu ziehen. Hier kamen ihre Kinder Jonah und Ayla zur Welt und nach einigen Jahren in unterschiedlichen Mietwohnungen fanden sie schließlich ihr neues Zuhause in einem eigenen Haus in der Nähe von Cambridge. Hier fühlten sie sich wohl, hier wollten sie bleiben. Sie besuchten in den Ferien die Familie in Nordfriesland, sahen aber eigentlich keinen Grund, dorthin zurück zu ziehen. Auch nicht zu Brexit Zeiten.

Zurück nach Nordfriesland

Dann wurde Biancas Mutter so krank, dass Bianca häufiger zu ihr flog. Und von da an klopfte die Sehnsucht leise an ihr nordfriesisches Herz. Nach vier Jahren in ihrem Haus in der englischen Provinz stand der Plan fest: Wir verkaufen unser Haus und ziehen zurück nach Nordfriesland. Sie hatten keine Ahnung, wie verrückt dieses Unterfangen für sie werden sollte.

Als sie im Januar mitsamt Katze Lily wieder in ihrer alten Heimat landeten, hatten sie noch keine eigene Unterkunft gefunden. Sie pendelten zwischen Rons Elternhaus in Garding und Biancas Elternhaus in Husum hin und her. Immer Koffer einpacken und wieder auspacken. Ganz nebenbei hatte die Kinder auch ihren Schulstart. Da beide zweisprachig aufgewachsen sind, ist die deutsche Sprache für sie nicht schwer. Aber auf Deutsch schreiben, das ist für die beiden erstmal neu.

Und dann kam Corona

Sie fanden schließlich ihr Traumhaus in Rantrum und zogen dort mit jede Menge Kisten und Koffern ein. Die Möbel hatten sie in England verkauft, da der Transport einfach zu teuer gewesen wäre. Und dann kam Corona. Kisten auspacken macht keinen Sinn, denn sie haben ja keine Schränke oder Regale, in die sie ihre Sachen einräumen können. Möbel kaufen ist zurzeit leider nicht möglich, da die Möbelhäuser nicht geöffnet haben. Online Möbel bestellen führt auch zu nichts, da die Lieferzeiten in weiter Ferne liegen.

Sie nehmen es mit Humor, schlafen auf zusammengeliehenen Matratzen, beginnen einfach zuerst mit der Arbeit im Garten und genießen den Frühling.

Wir freuen uns auf die Zukunft

Bianca und Ron freuen sich auf ihr neues Leben in Nordfriesland, auch wenn der Start in dieser verrückten Zeit ziemlich seltsam ist. „Wir freuen uns darüber, dass wir schon viele bekannte Gesichter von damals wieder getroffen haben. Zum Teil beim Einkaufen oder auch in den sozialen Medien,“ sagt Bianca. Und wenn Corona vorbei ist, dann wollen sie die alle auch mal wieder live treffen und die Kontakte aufleben lassen. Und ganz besonders lieben sie die wiedergewonnene Nähe zur Nordsee und dem weiten Horizont.

Hast du auch Lust auf Nordfriesland? Frag Ina!

Ein Umzug in eine ungewohnte Umgebung ist immer ein großer Schritt. Alles ist plötzlich neu: Der Job, die Wohnung oder das Haus, die Leute, Schule und Kindergarten, die Freizeitgestaltung, das Wetter und vieles mehr. Meistens müssen nicht nur die Möbel und Klamotten, sondern das ganze Leben einmal neu sortiert werden. Wie schön ist es dann, wenn man vor Ort schon jemanden "kennt", der einem den Einstieg erleichtert.

 

Ina ist waschechte Nordfriesin und mit allem hier bestens vertraut. Sie arbeitet bei der Wirtschaftsförderung Nordfriesland für den Willkommenservice und hat die Antworten auf alle wichtigen Neu-Nordfriesen Fragen.

 

Im Interview erzählt sie, warum es eine gute Idee ist, nach Nordfriesland zu ziehen und was man sonst noch über das Leben und Arbeiten in Deutschlands nördlichstem Kreis wissen muss.

 

Wer Inas Neubürger-Service nutzen möchte, der kann ihr ganz einfach eine Email schreiben an moin@moin-lieblingsland.de.

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Kommentare: 2
  • #1

    Daniela (Sonntag, 19 April 2020 11:11)

    Was für ein wunderschöner Artikel ... "Wir freuen uns auf die Zukunft".
    Ich wünsche Bianca und Ron, Ihren Kindern und der Katze alles liebe und gute für Ihren Neustart hier in Nordfriesland. Ein buntes und aufregendes Leben.
    Ich hoffe das es einmal die Möglichkeit gibt, dass man sich alle einmal persönlich kennenlernt.
    Bleibt gesund und liebe Grüsse sendet Daniela

  • #2

    Caro (Montag, 20 April 2020 08:48)

    Das macht Mut! Wir wollen schon lange wieder zurück, aber haben bisher nicht die passenden Jobs gefunden. Wir bleiben dran!!