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Isabel Stühler lebt ihren Traum von der Selbstständigkeit in Nordfriesland: Eine One-Woman-Gründergeschichte

Moin! Das ist Isabel Stühler. Sie ist nicht nur Hunde-Fan, sondern auch Vertriebsspezialistin aus Leidenschaft. 2012 ist die gebürtige Heidelbergerin von Hamburg ins nordfriesische Koldenbüttel gezogen. Drei Jahre später wagte sie auch den Sprung in die Selbständigkeit. Der Plan geht auf! Isabel unterstützt mit ihrem Business "Pro. eta. & Workshops" Start-ups sowie kleine und mittelständische Unternehmen dabei, neue Kunden zu gewinnen. Und das weit über die Grenzen von Nordfriesland hinaus. Dank der guten Internetverbindung kann sie ihre Workshops auch ganz easy via Skype durchführen.

 

Isabel ist auch Partner von Moin Lieblingsland. In diesem Jahr feiert sie den fünften Geburtstag ihrer eigenen Firma. Zu diesem Anlass haben wir sie mal wieder getroffen. Im Interview erzählt sie uns von den Anfängen und Herausforderungen ihrer Selbständigkeit und ihrer Liebe zu Nordfriesland.

Wofür steht "Pro. eta?"

Isabel: "Pro. eta. steht für Produkte etablieren. Die Produkte und Dienstleistungen meiner Kunden auf dem Markt zu platzieren und zu festigen, das ist meine Leidenschaft."

Wer sind deine Kunden?

Isabel: "Von einem 1-Mann bzw. 1-Frau-Betrieb bis hin zu größeren Mittelständischen Unternehmen. Aber auch Gründer, die gleich mit mehreren Mitarbeitern gestartet haben, hatte ich auch schon."

Was reizt dich an der Kaltakquise besonders?

Isabel: "Dass sie wirklich für mich nach wie vor so spannend wie ein Krimi ist. Der gesamte Ablauf ist einfach vielfältig und aufregend. Der Krimi beginnt für mich mit der Vorab-Recherche nach dem richtigen Ansprechpartner. Die Spannung steigt in dem Moment an, wenn ich den ersten Anruf tätige. Wenn ich nun die Erlaubnis habe, Informationsmaterial versenden zu dürfen und ich einige Tage später nachfasse, nimmt die Spannung wieder Fahrt auf. Habe ich es dann geschafft einen Termin für meinen Kunden abzustimmen, kann ich es kaum erwarten, bis dieser Tag da ist und ich ein Feedback erhalte, wie der Termin verlaufen ist."

Mit welchen Problemen und Fragen kommen deine Kunden auf dich zu?

Isabel: "Bei den Einzelberatungen ist es häufig so, dass es darum geht, wie sich generell der Vertriebsprozess in einem Unternehmen verbessern lässt. Auch der gesamte Kaltakquise-Prozess ist öfters ein zentrales Thema. Bei den Workshops mit einem ganzen Team kann es darum gehen wie das Vertriebsteam wieder besser zusammenarbeitet. Hier gilt es für mich mit dem Abteilungsleiter und/oder dem Geschäftsführer parallel auch noch Gespräche zu führen, da meist die Umsetzung im Team nur dann erfolgreich sein kann, wenn sich die Vertriebsstruktur verändern darf."

Wie hast du den Sprung in die Selbständigkeit geschafft?

Isabel: "Ich hatte den Gründerzuschuss beantragt, der für die ersten 9 Monate auch eine sehr gute Unterstützung war. Für weitere sechs Monate habe ich noch einen Zuschuss für die Krankenkassenbeiträge erhalten. Zu einem späteren Zeitpunkt erfuhr ich von den Kreditmöglichkeiten für Gründer und Selbständige bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein. Meine Kreditanfrage wurde bewilligt und ist eine enorme Unterstützung."

Was war die größte Herausforderung für dich?

Isabel: "Zum einen habe ich tatsächlich ohne Startkapital gegründet. Zum anderen ist es ein beinahe täglicher Drahtseilakt, zwischen den laufenden Aufträgen genug Zeit einzuplanen, andere Geschäftsbereiche weiter aufzubauen. Zusätzlich muss strategisch gut durchdacht sein, welche weiteren Marketingstrategien für mich sinnvoll sind. Nicht zu vergessen das Netzwerken - online und auch aktiv bei Veranstaltungen. In den ersten Jahren habe ich aus zeitlichen Gründen leider kaum an Events teilgenommen, doch das ist gerade in meiner Branche total wichtig. Und was dann leider ja auch immer wieder Zeit in Anspruch nimmt ist der Papierkram."

Bist du zufrieden mit dem, was du erreicht hast?

Isabel: "Stolz bin ich schon auf das, was ich inzwischen erreicht habe. Besonders dann, wenn ich beispielsweise Projektanfragen aus München erhalte. Zufrieden bin ich noch nicht ganz, weil ich, obwohl mein Business sehr gut angelaufen ist, finanziell noch nicht ganz aufatmen kann. Ich sage das deshalb so offen, weil ich es schade finde, dass Gründer manchmal zu schnell das Handtuch werfen. Die laufenden Kosten in der Selbständigkeit sind nun mal enorm hoch! Besonders Gründer, die bewusst alleine gründen, ohne Personal und dann auch noch alleine leben, brauchen wirklich einen langen Atem. Moralische Unterstützung von Familie und Freunden, so wie ich es habe, sind gerade in etwas schweren Zeiten einfach ein Segen."

Was liebst du an Nordfriesland?

Isabel: "Die Nähe zur Nordsee. Dass ich auch im Landesinneren manchmal mit meinen Hunden kilometerweit laufen kann, ohne jemanden zu treffen. Ich liebe außerdem die lockere, ehrliche und lustige Art der Nordfriesen und das Plattdütsch. Auch wenn ich manchmal nix verstehe, es hört sich einfach klasse an."

Wie war für dich das Ankommen in Nordfriesland?

Isabel: "Mein Umzug nach Nordfriesland vor acht Jahren war ja tatsächlich, wie so vieles in meinem Leben, spontan und eine reine Bauchentscheidung. Davor habe ich in Hamburg gelebt. Nachdem ich wieder Single war, wurde mir bewusst, dass ich aufgrund der total verrückten Mietpreise einen neuen Standort suchen muss. Damals habe ich zwar noch in Festanstellung gearbeitet, doch zu 100% im Homeoffice. Die Richtung war klar: Die Nähe zu St. Peter-Ording war für mich wichtig. Über Immobilienplattformen im Internet habe ich dann gesucht und mein Idyll in Koldenbüttel gefunden. Hier wurde ich total herzlich von der Nachbarschaft aufgenommen. Neue Menschen kennen zu lernen, das geht hier ganz leicht. Vor allem wenn man Hunde hat so wie ich. Wirklich tolle und intensive Freundschaften sind hier in Nordfriesland hinzugekommen."

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Isabel:" Ich wünsche mir mehr Workshopaufträge. Doch das ist immer noch eine Männerdomäne. Und dass Frauen endlich die gleichen Chancen und Bedingungen haben wie ein Mann. Aber solange eine Frau immer noch weniger verdient als ein Mann, haben wir noch keine Gleichberechtigung erreicht. Ich wünsche mir, dass Menschen wieder respektvoller miteinander umgehen - auch Tieren und der Natur gegenüber. Ich finde es schlimm, wenn dem Handy mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird als dem Menschen, der einem gerade gegenübersitzt."

Kontakt zu Isabel Stühler

Isabels Geschichte hat dich neugierig gemacht? Wenn du mehr erfahren oder Kontakt zu ihr aufnehmen möchtest dann klick dich hier direkt auf ihre Website: https://www.proeta-w.de/.

 

Ihren neuen Imagefilm siehst du direkt hier unten. 

 

Fotos: Mareike Klindworth, WFG NF, Marktrausch.

Video: Conrad Pfüller

 

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